Epigenetische Ursache für schwache Herzen

9. April 2013 | Von | Kategorie: grundlagenforschung

Jan Haas et al.: Alterations in cardiac DNA methylation in human dilated cardiomyopathy. EMBO Molecular Medicine 5,03 / 2013, S. 413-429.

Bei der dilatativen Kardiomyopathie ist der Herzmuskel krankhaft erweitert, was zu Herzschwäche führt. Beginn, Symptome und Verlauf der Krankheit können jedoch sehr unterschiedlich sein. Deshalb vermuten Mediziner, dass neben bekannten genetischen Einflüssen auch die Umwelt das Geschehen am Herzen manipuliert.

Ein deutsches Forscherteam hat sich deshalb jetzt das Muster der DNA-Methylierung im Herzmuskel angeschaut. Tatsächlich ergab der Vergleich zwischen gesunden und kranken Menschen signifikante Unterschiede in deren Epigenomen.

Allerdings sind bei Erkrankten nicht nur Gene epigenetisch mehr oder weniger stark markiert, die bereits mit schwachen Herzen in Verbindung gebracht werden. Betroffen sind auch Gene, deren Einfluss auf die Kardiomyopathie bislang unbekannt war. Ein Zufall scheint das nicht zu sein, denn zwei dieser Gene schalteten die Forscher bei Zebrafischen aus, was auch dort eine Herzschwäche auslöste. Dank Epigenetik dürften sich in Zukunft also Verständnis, Diagnostik und Therapie der Krankheit verbessern, an der in Deutschland etwa 200.000 Menschen leiden.

Schlagworte: , ,