Epigenetische Gemeinsamkeit vieler Krebsarten entdeckt

3. September 2014 | Von | Kategorie: onkologie

Joost Boele et al.: PAOD5-mediated 3’ adenylation and subsequent degradation of miR-21 is disrupted in proliferative disease. PNAS 111, 05.08.2014, S. 11467–11472.

Mikro-RNAs sind kleine Botenmoleküle, die als drittes epigenetisches Regulationssystem (neben dem Histon-Code und der DNA-Methylierung) die Übersetzung von Genen in ein spezielles Protein behindern und damit letztlich die Genaktivität herunterdimmen. Es ist bekannt, dass der Spiegel der Mikro-RNA 21 (miR-21) bei vielen Krebsarten und anderen Krankheiten erhöht ist, was den Krebs meist aggressiver macht, da miR-21 krebsunterdrückende Gene hemmt. Jetzt fanden Forscher aus Japan, Schweden und den USA neue Details über die Ursachen dieser epigenetischen Fehlregulation heraus. Sie untersuchten zwei verschiedene Formen von miR-21 und entdeckten, dass die eine bereits eine erste Stufe auf dem Weg zum Abbau des Moleküls ist. Dieser Abbau wird eingeleitet von einem Enzym namens PAPD5, das selbst als Tumorsuppressor-Gen gilt (vermutlich wegen eben dieser Wirkung). Ist PAPD5 inaktiv, reichert sich mi-R21 in der Zelle an, und der Krebs wächst. Wie die Forscher durch einen Blick in öffentliche Datenbanken herausfanden, scheint diese negative Reaktionskaskade in erstaunlich vielen Krebsarten abzulaufen. Sie fanden sie zudem bei anderen Krankheiten, bei denen Zellen sich zu stark teilen, etwa bei Psoriasis.

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