Das Alzheimer-Epigenom

3. September 2014 | Von | Kategorie: grundlagenforschung

Philip L. De Jager et al.: Alzheimer’s disease: early alterations in brain DNA methylation at ANK1, BIN1, RHBDF2 and other loci. Nature neuroscience, 17.08.2014, Online-Vorabpublikation.

Katie Lunnon et al.: Methylomic profiling implicates cortical deregulation of ANK1 in Alzeimer’s disease. Nature neuroscience, 17.08.2014, Online-Vorabpublikation.

Gleich zwei Forscherteams haben jetzt systematisch das DNA-Methylierungsmuster von Gehirnzellen verstorbener Alzheimer-Patienten analysiert und teils sehr ähnliche Resultate gefunden. Die Forscher untersuchten das Gewebe von ungefähr 1.200 Patienten. Dabei fanden sie 14 Gen-Regionen, in denen sich das Methylierungsmuster der kranken von jenem gesunder Menschen deutlich unterscheidet. Vier dieser Regionen fielen in beiden Studien auf. Die eine Gruppe konzentrierte sich auf das Frühstadium der Krankheit und fand Hinweise, dass gewisse epigenetische Veränderungen dann bereits vorhanden sind. Sie tragen eventuell sogar zur Entstehung von Alzheimer bei. Die andere Gruppe verglich Gewebeproben aus verschiedenen Teilen des Gehirns miteinander. Dabei zeigten nur jene Hirnteile die epigenetischen Veränderungen, die von der Krankheit auch wirklich beeinträchtig waren. Die Ergebnisse dürften neue Ansatzpunkte für zukünftige Therapien liefern. Außerdem verdichten sich die Hinweise, dass Alzheimer zumindest teilweise eine epigenetische Krankheit ist. Umwelteinflüsse könnten folglich einen Einfluss auf Entstehung und Verlauf des Leidens haben.

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