Epigenetisch unterstützte PTBS-Therapie bei Mäusen

6. Februar 2014 | Von | Kategorie: grundlagenforschung

Johannes Gräff et al.: Epigenetic priming of memory updating during reconsolidation to attenuate remote fear memories. Cell 156, 16.01.2014, S. 261-276.

Sind traumatische Erinnerungen noch frisch, können Psychologen sie oft recht leicht überschreiben. Dazu beschwören sie die fürchterliche Erinnerung herauf und lösen sie dann auf eine positive Weise auf. Sind die Erinnerungen aber älter, gelingt dieses Verfahren meist nicht mehr. Vermutlich haben sich die beteiligten Nervenzellen mittlerweile epigenetisch verändert und sind unflexibel geworden.

Jetzt zeigten Hirnforscher um Li-Huei Tsai, Cambridge, USA, in Experimenten mit Mäusen, dass ein epigenetisches Medikament den Nervenzellen offenbar die nötige Flexibilität zurück verleiht und es möglich macht, eine Therapie auch dann wirkungsvoll einzusetzen, wenn das Trauma lange Zeit zurück liegt. Gaben Tsai und Kollegen den Mäusen einen Histondeacetylase-Inhibitor (HDAC-Hemmer), der Enzyme hemmt, die Gene epigenetisch inaktivierbar machen, reagierten einen Monat zuvor traumatisierte Mäuse als läge das Trauma erst einen Tag zurück. Die böse Erfahrung ließ sich überschreiben. Die Forscher hoffen nun, man könne diese Erkenntnisse in Zukunft zur Verbesserung der Therapie von Menschen mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) nutzen.

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