Dicke Schweine, dünne Schweine

1. Juli 2012 | Von | Kategorie: grundlagenforschung

Mingzhou Li et al.: An atlas of DNA methylomes in porcine adipose and muscle tissues. Nature Communications 3:850, 22.05.2012, doi: 10.1038/ncomms1854.

pig_image1_TITELDass manche Schweine fetter werden als andere, hat offenbar auch etwas mit Epigenetik zu tun. Chinesische Forscher verglichen das Muster der DNA-Methylierung im Fett- und Muskelgewebe dreier verschiedener Schweinerassen. Selbst wenn die Tiere sehr ähnlichen Umweltbedingungen ausgesetzt sind, setzen sie unterschiedlich viel Fett an. Schuld sind wohl auch die Epigenome: An einigen Genen sind nämlich nur bei bestimmten Rassen oder Geweben Steuerungseinheiten (Promotoren) per DNA-Methylierung deaktiviert, bei anderen nicht.

Zum Teil sind Gene betroffen, von denen bekannt ist, dass sie am Übergewicht beteiligt sind. Es fanden sich aber auch Unterschiede an anderen Genen. Deren genaue Funktion soll nun untersucht werden. Insgesamt halten die Forscher Schweine für geeignete Modelltiere und hoen, die nun gebildeten Epigenom-Karten des Fettstoffwechsels auf den Menschen übertragen zu können. Sie könnten helfen, epigenetische Ursachen von Übergewicht zu erforschen und Mittel gegen die dramatische Zunahme der Fettsucht in weiten Teilen der Welt zu finden.

Bild: Drei Schweinerassen, die trotz ähnlicher Umweltbedingungen unterschiedlich viel Fett ansetzen (von oben nach unten): schlankes Landrace-Schwein, tibetisches Wildschwein, dickes Rongchang-Schwein (Bildrechte: Mingzhou Li et al., Sichuan)

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