Das Methylom im Wandel des Lebens

1. Oktober 2012 | Von | Kategorie: grundlagenforschung

Holger Heyn et al.: Distinct DNA methylomes of newborns and centenarians. PNAS 109, 26.06.2012, S. 10522-10527.

large-cracks2_pnas_heynMit dem Altern scheint sich das menschliche Epigenom – also die Gesamtheit der epigenetischen Marker in den Zellen – charakteristisch zu verändern. Das könnte mitverantwortlich für viele Alterserscheinungen sein, folgert ein internationales Forscherteam um den spanischen Epigenetiker Manel Esteller aus der epigenomischen Untersuchung verschieden alter Menschen. Die Forscher analysierten bei einem Neugeborenen, einem 26-Jährigen und einem 103-Jährigen die gesamte DNA bestimmter Blutzellen mit einer Methode namens Bisulfit-Sequenzierung. Sie erkennt, wo Methylgruppen ans Erbgut angelagert sind, die in der Regel den entsprechenden Teil des Erbguts stumm schalten. Es zeigte sich, dass die DNA-Methylierung mit zunehmendem Alter kontinuierlich abnimmt. Trugen beim Neugeborenen fast 17 Millionen so genannte CpG-Inseln eine Methylgruppe, waren es beim 103-Jährigen rund eine halbe Millionen weniger. Die Daten für den 26-Jährigen lagen ebenso zwischen diesen Extremen wie Kontroll-Messungen bei mehreren mittelalten Menschen.

Bild: Kreisförmige Darstellung des Methylierungsgrads des Genoms eines Neugeborenen, eines 26-jährigen und eines 103-jährigen (von innen nach außen). Je intensiver das Blau, desto stärker ist die entsprechende Genom-Region methyliert (Bildrechte: Holger Heyn et al., Barcelona).

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