Histon-Code entscheidet, wo Zellen mutieren

1. Oktober 2012 | Von | Kategorie: onkologie

Benjamin Schuster-Böckler & Ben Lehner: Chromatin organization is a major influence on regional mutation rates in human cancer cells. Nature 488, 23.08.2012, S. 504-507.

Dass Krebserkrankungen mit einer Reihe von Mutationen einhergehen, ist lange bekannt. Jetzt fanden Systembiologen, dass die Epigenetik ein entscheidendes Wörtchen dabei mitredet, an welchen Stellen das Erbgut sich krankhaft verändert und an welchen nicht. Die Forscher analysierten sowohl die Mutationsraten als auch den Histon-Code von Krebszellen. Dabei entdeckten sie immer dann eine maximale Mutationsrate, wenn das Chromatin wegen einer spezifischen Histonmodifikation (H3K9me3) besonders kompakt zu so genanntem Heterochromatin aufgewickelt war.

Eine der Ursachen könnte sein, dass hier Reparatur-Enzyme weniger gut eingreifen können, schreiben die Forscher, eine andere, dass Heterochromatin sich eher am Rand des Zellkerns befindet und somit vermehrt mutagenen Substanzen ausgesetzt sei. So oder so gelte: Wann und wo menschliche Körperzellen mutieren, werde entscheidend vom Histon-Code der Zelle beeinflusst.

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