Brokkoli und Kresse schützen vermutlich vor Schäden durch Zigarettenrauch

1. April 2010 | Von | Kategorie: onkologie

Alberto Izzotti et al.: Chemoprevention of cigarette smoke-induced
alterations of microRNA expression in rat lungs. Cancer
Prevention Research 3, 01.01.2010, S. 62-72.

Mikro-RNAs regulieren per RNA-Interferenz die Übersetzung von Genen in Proteine und sind neben DNA-Methylierungen und Histonmodifikation das dritte wichtige Schaltersystem der Epigenome. 2009 fanden Schembri et al. heraus, dass sich in den Lungen von Rauchern das Muster der Mikro-RNAs dramatisch verändert (PNAs 106, 17.02.2009, S. 2319-2324). Zwischen Rauchern und Nichtrauchern fanden sich Unterschiede in der Häufigkeit von 28 Mikro-RNAs. Die meisten dieser kurzen RNA-Stücke kommen bei Rauchern ungewöhnlich selten vor. Als Folge sind in ihren Lungenzellen viele Gene überaktiv, was vermutlich zur Entstehung von Krebs beiträgt. Jetzt konnten Forscher aus Italien und den USA diese Zusammenhänge in Experimenten mit Ratten bestätigen, die 28 Tage lang Zigarettenrauch ausgesetzt waren. Zudem zeigten sie, dass die negativen Auswirkungen des Zigarettenrauchs mit Hilfe verschiedener chemischer Substanzen, die die Tiere während des Experiments einnahmen, vollkommen verhindert werden konnten. Für die Prävention reichte jeweils eine der folgenden Substanzen aus: Der Brokkoli-Inhaltsstoff Indol-3-Carbinol, der Schleimlöser N-Acetylcystein (NAC), das in Kresse,
Senf oder Rettich vorkommenden Senfölglycosid Pheny-lethylisothiocyanat (PEITC), das Antiparasitenmittel Oltipraz und der Stoff 5,6-Benzoflavon.

Die Forscher sehen in der Analyse von Mikro-RNA-Mustern ein neues Werkzeug zur Diagnose besonders früher Lungenkrebsstadien und zur Abschätzung der Sicherheit und Effektivität von Mitteln zur Krebsprävention.

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