Behandlung im Mutterleib schützt Töchter vor Bluthochdruck

8. April 2015 | Von | Kategorie: grundlagenforschung

Zhixiong Wu et al.: Maternal treatment of spontaneously hypertensive rats with pentaerythritol tetranitrate reduces blood pressure in female offspring. Hypertension 65, 01/2015, S. 232 – 237.

Spontan hypertensive Ratten haben eine Art Bluthochdruck, die mit der essentiellen Hypertonie des Menschen vergleichbar ist. Organische Ursachen für den hohen Blutdruck sind in diesen Fällen nicht bekannt. Da das Leiden, das immerhin 90 Prozent der Bluthochdruckpatienten betrifft, aber oft weitervererbt wird, ist das, was Forscher aus Mainz nun bei den Ratten herausfanden, eines Tages vielleicht auch für manche Menschen segensreich: Behandelten die Forscher hochdruckkranke trächtige Ratten mit dem Herzmedikament Pentaerythritoltetranitrat (PETN), dann schützte das weibliche Nachkommen, die sich gerade im Mutterleib befanden, nachhaltig vor Bluthochdruck. Eine Analyse ergab, dass bestimmte Gene in den Wänden der Blutgefäße besonders aktiv waren – offenbar ein epigenetischer Effekt, da er auch acht Monate nach der Geburt anhielt, als das betroffene Gewebe sich schon mehrfach erneuert hatte. Was den Forschern noch ein Rätsel ist: Den Müttern half das Mittel ebenso wenig wie dem männlichen Nachwuchs.

Schlagworte: , ,