Wenn Leberkrebs die Hemmung verliert

29. Oktober 2015 | Von | Kategorie: onkologie

Chunyang Bao et al.: NF-κB signaling relieves negative regulation by miR-194 in hepatocellular carcinoma by suppressing the transcription factor HNF-1α. Science Signaling 8, 28.07.2015, ra75.

bao1HRWie andere Krebsarten auch wird Leberkrebs vor allem dann gefährlich, wenn er beginnt, Metastasen in den Körper zu streuen. Einer der Auslöser ist dabei der Entzündungsbotenstoff NF-κB. Jetzt entdeckten chinesische Forscher in aggressiven Leberkrebszellen eine positive epigenetische Rückkopplungsschleife, mit der sich das NF-κB selbst verstärkt, was den Krebs besonders aggressiv macht. Normalerweise hemmt eine Mikro-RNA (miR-194) Substanzen, die wiederum die Produktion des gefährlichen Entzündungsboten ankurbeln. Das soll vermutlich verhindern, dass dieser überhand nimmt. In den Krebszellen unterdrückt NF-κB aber selbst die Produktion der ihn behindernden miR-194. Der Krebs wir zunehmend aggressiv und fängt an zu streuen.

In Experimenten mit Zellkulturen und Mäusen hielten die Krebsforscher nun Leberkrebszellen in Schach, indem sie gezielt die Aktivität der entzündungshemmenden Mikro-RNA verstärkten. Ihre Hoffnung: Die gleiche Strategie könnte eines Tages vielleicht sogar bei Menschen mit Leberkrebs zum Einsatz kommen.

Abbildung: Leberzellkrebs wird durch den Entzündungsboten NF-κB angekurbelt. Forscher fanden jetzt eine Mikro-RNA, die diese fatale Kette epigenetisch durchbrechen könnte (Bildrechte: C. Bickel / Science Signaling).

Schlagworte: , , , ,