Verbindung zwischen Stress und Depression

14. Oktober 2015 | Von | Kategorie: grundlagenforschung

HauSheng Sun et al.: ACF chromatin-remodeling complex mediates stress-induced depressive-like behavior. Nature Medicine 21, 10/2015, S. 1146-1153.

Viele Forscher nehmen heute an, dass Depressionen durch toxischen Stress zumindest mit ausgelöst werden. Der Stress verstellt danach die Epigenome in wichtigen Stimmungs- und Angst-Zentren des Gehirns und verwandelt so dauerhaft den Stoffwechsel des Denkorgans. Deshalb hofft man auch, mit Hilfe der Epigenetik eines Tages eine neue Klasse viel versprechender Antidepressiva aufzuspüren. Nun hat ein Team um den bakannten US-amerikanischen Neuro-Epigenetiker Eric Nestler diese Hoffnung weiter genährt.

Die Forscher entdeckten bei stressempfindlichen Mäusen ebenso wie bei depressiven Menschen, dass ein bestimmtes epigenetisches Enzym namens ACF Chromatin-remodeling complex in den Belohnungszentren (Nuclei accumbentes) besonders aktiv sein muss, damit Stress die Symptome einer Depression bewirkt. Das Enzym hilft dabei, Histone umzuprogrammieren. Und tatsächlich fanden die Forscher, dass sich der Histon-Code und das Genaktivierungsmuster in den betroffenen Zellen durch den Einsatz der Chromatin umbauenden Substanz messbar verändert hatten.

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