Regeneration des Rückenmarks

4. Juni 2014 | Von | Kategorie: grundlagenforschung

Zhida Su et al.: In vivo conversion of astrocytes to neurons in the injured adult spinal cord. Nature Communications 5:3338, 25.02.2014, doi: 10.1038/ncomms4338. Radhika Puttagunta et al.: PCAF-dependent epigenetic changes promote axonal regeneration in the central nervous system. Nature Communications 5:3527, 01.04.2014, doi: 10.1038/ncomms4527.

Ein neuer Ansatz zur Heilung von Leiden, bei denen Zellen im Körper absterben, ist die Umprogrammierung unbeteiligter Zellen im lebenden Gewebe mit Hilfe epigenetisch aktiver Botenstoffe. Das soll die absterbenden Zellen ersetzen. Jetzt gelang es einem chinesisch-US-amerikanischen Forscherteams, dieses Konzept bei Mäusen umzusetzen, deren Rückenmark beschädigt worden war. Mit Hilfe des Transkriptionsfaktors (Genaktivators) SOX2 verwandelten sie Astrozyten (Zellen, die sich zwischen Nervenzellen befinden) vor Ort in Vorläufer von Nervenzellen. Diese Vorläufer reiften in funktionsfähige Nervenzellen aus. Unterstützt wurde die Umwandlung durch die epigenetisch aktive Substanz Valproinsäure, ein Histondeacetylase-Hemmer (HDAC-Hemmer), der Gene durch eine Veränderung des Histon-Codes aktivierbar machen kann.

Einem anderen Forscherteam gelang es, verletzte Nervenfasern im Zentralnervensystem von Mäusen zum erneuten Wachstum anzuregen. Eine solche Regeneration ist normalerweise epigenetisch blockiert. Das epigenetisch aktive Enzym PCAF, eine Histonacetyltransferase, hebt diese Blockade offenbar auf.

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