Mikro-RNAs bremsen Brustkrebszellen

2. Januar 2012 | Von | Kategorie: onkologie

Kim J. Png et al.: A microRNA regulon that mediates endothelial recruitment and metastasis by cancer cells. Nature, 14.12.2011, Online-Vorabpublikation.

Ioanna Keklikoglou et al.: MicroRNA-520/373 family functions as a tumor suppressor in estrogen receptor negative breast cancer by targeting NF-kB and TGF-ß signalling pathways. Oncogene, 12.12.2011, Online-Vorabpublikation.

brustkrebszellen_dkfzOnkologen kennen bereits mehrere kurze RNA-Moleküle, so genannte Mikro-RNAs, die auf dem Weg der RNA-Interferenz Brustkrebszellen in Schach halten und an einer erfolgreichen Metastasierung hindern. Diese RNAs hemmen offenbar Gene, deren Aktivität die Krebszellen besonders aggressiv machen. Nun haben Forscher aus New York die Wirkung einer dieser Mikro-RNAs namens miR-126 genauer untersucht: Das Molekül unterdrückt gleich mehrere Gene, die gestreuten Brustkrebszellen helfen, sich einzunisten und versorgt zu werden. Dadurch bekämpft miR-126 die Entstehung von Metastasen – und könnte somit den Weg zu neuen Mitteln weisen, die der gefährlichen Streuung von Brustkrebs vorbeugen. Eine andere Mikro-RNA, die sich als wirksam gegen Brustkrebs erweisen könnte, haben Mitarbeiter des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg ins Visier genommen. Sie fanden heraus, dass die miR-520 bei dem oft besonders schwer behandelbarem Östrogenrezeptor-negativen Brustkrebs darüber mitentscheidet, wie aggressiv er ist. Erzeugen die Zellen viel miR-520, metastasieren sie kaum. Fehlt die Mikro-RNA, ist der Brustkrebs dagegen sehr aggressiv. Ko-Autor Stefan Wiemann folgert, die miR-520 sei „eine echte Krebsbremse.“

Bild: Brustkrebszellen (Proteine des Zellskeletts sind rot markiert; Bildrechte: Lutz Langbein / DKFZ).

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