Krebs durch zu wenige Methylierungen

4. Januar 2011 | Von | Kategorie: onkologie

Bodour Salhia et al.: DNA methylation analysis determines the high frequency of genic hypomethylation and low frequency of hypermethylation events in plasma cell tumors. Cancer Research 70, 01.09.2010, S. 6934-6944.

Von einigen Krebsarten ist bekannt, dass in den entarteten Zellen mit fortschreitendem Krankheitsverlauf immer mehr Gene durch angelagerte Methylgruppen stillgelegt werden. Deshalb setzen Ärzte gegen diese Leiden zum Teil recht erfolgreich demethylierende Substanzen ein (siehe vorhergehende Meldung). Doch manchmal passiert in Tumorzellen auch das Gegenteil. Krebsforscher aus den USA fanden heraus, dass beim Multiplen Myelom (MM) immer weniger Gene per DNA-Methylierung stumm geschaltet sind, je schwerer die Krankheit wird. Bodour Salhia und Kollegen verglichen die Epigenome der Krebszellen von MM-Patienten mit gesunden Knochenmarkszellen. Dabei stellten sie immer größere Unterschiede fest, je fortgeschrittener der Krebs war. Überraschenderweise überwog die Zahl jener DNA-Stellen, an denen nur die gesunden Zellen methyliert waren. Die Forscher hoffen nun auf ein noch besseres Verständnis der Krebsentstehung. Und sie weisen darauf hin, dass demethylierende Substanzen offenbar nicht für die Bekämpfung jeder Krebserkrankung geeignet sind.

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