Epigenetik verändert Blick auf Krebs

4. Oktober 2012 | Von | Kategorie: onkologie

Russell J.H. Ryan & Bradley E. Bernstein: Genetic events that shape the cancer epigenome. Science 336, 22.06.2012, S. 1513- 1514. Christoph Bock & Thomas Lengauer: Managing drug resistance in cancer: lessons from HIV therapy. Nature Reviews Cancer 12, 07/2012, S. 494-501.

Zwei bemerkenswerte Perspektiv-Artikel zeigen, wie wichtig die Epigenetik für die Onkologie der Zukunft werden könnte. Russell Ryan und Bradley Bernstein argumentieren, dass die Epigenetik eine bislang unterschätzte Bedeutung bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von Krebs spiele. Die DNA-Methylierungen würden zwar immer ernster genommen, aber der Einfluss von Histonveränderungen sei umstritten. Dieser Blick sei veraltet, denn zuletzt habe man immer mehr Mutationen an Genen für Histon modulierende Enzyme oder Histone selbst gefunden, die entscheidend zu Krebs beitragen können.

Christoph Bock und Thomas Lengauer vergleichen den Kampf gegen Resistenz bei Krebs mit jenem gegen HI-Viren. Bei Aids habe man inzwischen gelernt, die Resistenzen mit patientenspezifischen Kombinationstherapien zu bekämpfen. Bei Krebs müsse man vermehrt in diese Richtung gehen – und dafür spiele neben individuellen genomischen Analysen auch die patientenspezifische Epigenomik eine wichtige Rolle.

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