Epigenetik bestimmt Pubertätsbeginn

5. April 2013 | Von | Kategorie: grundlagenforschung

Alejandro Lomniczi et al.: Epigenetic control of female puberty. Nature Neuroscience 16, 03 / 2013, S. 281-289.

Der Beginn der Pubertät wird durch Erbe und Umwelt gemeinsam bestimmt. Es liegt folglich nahe, dass epigenetische Schalter ihre Finger im Spiel haben. Und tatsächlich ermittelten Forscher aus den USA und der Schweiz jetzt bei weiblichen Ratten, wie epigenetische Schalter die Pubertät einläuten. Zunächst wird im Hypothalamus genannten Teil des Gehirns das Gen eines so genannten Polycomb-Proteins namens EED per Methylierung abgeschaltet. Daraufhin kann dieser Stoff nicht mehr das Gen Kiss 1 unterdrücken, indem er seinerseits H3-Histone am Kiss-1-Gen epigenetisch modifiziert. Weil dieses Gen nun abgelesen wird, startet die Pubertät, und der Wandel zum geschlechtsreifen Nagetier beginnt. Hemmten die Forscher die initiale DNA-Methylierung mit Hilfe des Mittels 5-Azacitidin, zögerte sich die Pubertät der Ratten heraus. Verstärkten sie die Aktivität des EED-Gens, verringerte sich zudem die Fruchtbarkeit der Tiere.

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