DNMT-Hemmer bewirken „Antitumor-Gedächtnis“

3. Juli 2012 | Von | Kategorie: onkologie

Hsing-Chen Tsai et al.: Transient low doses of DNA-demethylating agents exert durable antitumor effects on haematological and epithelial tumor cells. Cancer Cell 21, 20.03.2012, S. 430- 446.

So genannte DNMT-Hemmer, die epigenetische Enzyme blockieren, die Methylgruppen an die DNA anlagern um Gene abzuschalten, sind bereits erfolgreich im Einsatz gegen bestimmte Blutkrebsformen (MDS und CMML). Jetzt haben Forscher von der Johns Hopkins University ihr Potenzial weiter untermauert: Die Mittel Decitabin und Azacitidin lösen in geringer, klinisch relevanter Dosis bei Blut- und Brustkrebszellen anhaltende Tumor hemmende „Gedächtnisreaktionen“ aus. Sie töten die bösartigen Zellen zwar nicht ab, programmieren sie aber in eine gutartigere Richtung um – darunter auch die besonders wichtigen Krebsstammzellen. Dadurch werden im Tumor wieder vermehrt Krebs unterdrückende Gene aktiv. Die Forscher vermuten, beide Substanzen hätten wegen dieser breit angelegten Wirkung auch bei vielen anderen Krebsformen ein Einsatzpotenzial.

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