In Familien mit mehr Geld altern Kinder langsamer

Laurel Raffington et al.: Effects of a randomized controlled trial of unconditional cash transfers on epigenetic measures of ageing and cognition in children and mothers. Nature Human Behaviour, 08.09.2026, Online-Vorabpublikation.

Im Rahmen der Studie Baby`s first Years erhielten in den USA arme Mütter von 313 Kindern vier Jahre lang jeden Monat nach der Geburt ihrer Kinder 333 US-Dollar. Eine andere Gruppe mit 423 Kindern erhielt nur 20 Dollar im Monat. Jetzt ergab eine Analyse mit sogenannten epigenetischen Uhren, dass die Kinder in der ersten Gruppe statistisch eindeutig langsamer altern als die anderen Kinder.

Die Forschenden setzten unter anderem die DunedinPACE-Uhr ein. Sie erfasst anhand des Musters der DNA-Methylierung in Zellen aus Speichelproben das Tempo, mit dem die Biologie eines Menschen gerade altert. Der Unterschied zwischen beiden Gruppen war nicht groß, aber signifikant.

Viele Beobachtungen aus anderen Studien legen nahe, dass sich derart früh erfasste Effekte im Laufe des Lebens verstärken. Damit scheinen schon jetzt Prognosen möglich, dass die Kinder aus Familien mit weniger Geld im Durchschnitt eine geringere Lebenserwartung haben werden und insgesamt mit weniger Gesundheit rechnen dürfen.

Die Forschenden weisen allerdings darauf hin, dass solche Schlussfolgerungen sich erst noch im weiteren Verlauf der Beobachtungsstudie bestätigt müssen. Eine ältere Analyse der gleichen Studie konnten sie zudem nicht eindeutig bestätigen: Anders als früher ermittelt, fanden sich kaum konsistente epigenetische und neurologische Hinweise darauf, dass sich auch die Gehirne der Kinder unterschiedlich gut entwickeln.

Die Frage, was Prävention in Form finanzieller Unterstützung armer Familien einer Gesellschaft und ihren Mitgliedern bringt, wird zum Glück seit einigen Jahren intensiv erforscht – unter anderem auch in der Studie Rx Kids. Das Thema bleibt spannend.