Vergesst die Promotoren

8. Oktober 2010 | Von | Kategorie: grundlagenforschung

Alika K. Maunakea et al.: Conserved role of intragenic DNA methylation in regulating alternative promotors. Nature 466, 08.07.2010, S. 253-257.
Hao Wu et al.: Dnmt3a-dependent nonpromotor DNA methylation facilitates transcription of neurogenic genes. Science 329, 23.07.2010, S. 444-448.

Bislang hielten viele Epigenetiker jene DNA-Methylierungen für die Inaktivierung von Genen entscheidend, die an der Regulationsstelle am Beginn der Gene ansetzen, an den so genannten 5’ Promotoren. Eine neue, in Nature publizierte Studie zeigt nun aber, dass weitaus häufiger Stellen innerhalb der Gene methyliert sind und dass diese ebenfalls eine wichtige Rolle bei der epigenetischen Kontrolle der Genaktivität spielen. Es scheint, als müssten die Fachleute umdenken und sich bei Epigenom-Analysen nicht mehr nur um die Promotoren kümmern.

Eine Studie, die fast zeitgleich in Science erschien, macht das Bild komplett: Hao Wu und Kollegen untersuchten ebenfalls DNA-Methylierungen jenseits der Promotoren, allerdings an Stellen, die nicht in sondern zwischen den Genen liegen. An diesen Stellen scheinen die Methylierungen den gegenteiligen Effekt wie sonst zu haben: Sie erhöhen die Genaktivität, vermutlich indem sie verhindern, dass der DNA-Faden sich zu fest an Histone bindet.

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