Mausmodell für DNA-Methylierung bei Blutkrebs

5. Oktober 2012 | Von | Kategorie: onkologie

Masato Sasaki et al.: IDH1(R132H) mutation increases murine haematopoietic progenitors and alters epigenetics. Nature 488, 30.08.2012, S. 656-659.

Bestimmte Hirntumore (Glioblastome) und Blutkrebse (Akute myeloische Leukämie, AML) besitzen oft eine Mutation der Gene IDH1 und -2. Wie das aber genau zur Krebsentstehung beiträgt, ist unklar. Nun haben Forscher aus Kanada und USA in Experimenten mit Mäusen Hinweise darauf gefunden, dass eine Veränderung der Epigenome womöglich die entscheidende mechanistische Verbindung zwischen IDH-Mutation und AML ist. Masato Sasaki und Kollegen setzten das mutierte IDH-Gen in das Erbgut von Mäusen ein und sorgten dafür, dass es in den Blut bildenden Zellen aktiv wurde. Darauf zeigten sich bei den Tieren typische Blutkrebs-Symptome. Und die Zellen wiesen die charakteristischen epigenetischen Eigenschaften von menschlichen AML-Zellen auf: übermäßig stark methylierte Histone und eine veränderte DNA-Methylierung. Die Mäuse seien nicht nur ein gutes Tiermodell für menschlichen Blutkrebs, folgern sie, sondern auch ein klarer Hinweis darauf, wie entscheidend die epigenetischen Veränderungen bei der Ausbildung der Krankheit seien.

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