Epigenetischer Urintest auf Blasenkrebs

23. August 2022 | Von | Kategorie: onkologie

Anouk E. Hentschel et al.: Bladder Cancer detection in urine using DNA methylation markers: a technical and prospective preclinical validation. Clinical Epigenetics 14, 05.02.2022, doi: 10.1186/s13148-022-01240-8.

Schon seit Jahren experimentieren Onkolog*innen mit epigenetischen Tests, die Blut- oder Urinproben nach Anzeichen auf eine Krebserkrankung durchforsten. Ihr Vorteil ist, dass sie keinen medizinischen Eingriff erfordern. Ihr Nachteil ist, dass sie oft noch nicht zuverlässig genug sind. Jetzt haben niederländische Urolog*innen bei 108 Patient*innen mit Blasenkrebs und 100 ansonsten vergleichbaren gesunden Proband*innen einen Test erprobt, der in Urinproben zugängliche DNA daraufhin untersucht, ob neun verschiedene Abschnitte besonders viele epigenetisch aktive Methylgruppen tragen oder nicht.

Es war schon vorher bekannt, dass an diesen Abschnitten das DNA-Methylierungsmuster bei Blasenkrebszellen verändert ist. Da Bruchstücke der Zellen in den Urin gelangen, findet sich die epigenetisch markierte DNA auch dort und kann analysiert werden. Alle neun Marker waren bei den Krebspatient*innen stärker methyliert als bei den anderen Testpersonen. Ein Marker namens GHSR/MAL schnitt besonders gut ab. Die Daten zeigten, dass ein solcher Test eine gute nichtinvasive Strategie zur Diagnose von Blasenkrebs sein könnte. Weitere und größere Studien müssten allerdings noch zeigen, ob zukünftige Patient*innen davon wirklich profitieren werden.

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