Epigenetik-Schwerpunkt in „Science“

9. Januar 2011 | Von | Kategorie: grundlagenforschung

101029HRRoberto Bonasio et al.: Molecular signals of epigenetic states. Science 330, 29.10.2010, S. 612-616.
Déborah Bourc’his & Olivier Voinnet: A small-RNA perspective on Gametogenesis, Fertilization, and early zygotic development. Science 330, 29.10.2010, S. 617-622.
Suhua Feng et al.: Epigenetic reprogramming in plant and animal development. Science 330, 29.10.2010, S. 622-627.
Randal Halfmann & Susan Lindquist: Epigenetics in the extreme: Prions and the inheritance of environmentally acquired traits. Science 330, 29.10.2010, S. 629-632.

Gleich sechs Artikel und das Titelbild widmete das Wissenschaftsmagazin Science Ende Oktober der Epigenetik. Roberto Bonasio und Kollegen aus New York stellen in einem Übersichtsartikel die neuesten Erkenntnisse dazu zusammen, wie es Zellen gelingt, ihren epigenetischen Zustand während der Zellteilung an die Tochterzellen zu übertragen. Erst diese Fähigkeit erlaubt es einem Gewebe, ein Leben lang die gleichen Eigenschaften zu behalten, obwohl nur einige wenige Zellen zu einem frühen Zeitpunkt der Entwicklung ein identitätsstiftendes Signal empfangen haben. Noch seien viele der Übertragungswege unklar, schreiben die Forscher, doch das molekulare Verständnis der Vorgänge werde wachsen und dadurch werde man Krankheiten besser verstehen, die eine Folge fehlregulierter Epigenome sind. Die Franzosen Déborah Bourc’his und Olivier Voinnet beschreiben die wachsende Bedeutung, die kleinen RNA-Molekülen bei der Kontrolle der Genaktivität während der sensiblen Phase vor, während und nach der Befruchtung einer Eizelle zugeschrieben werden. Suhua Feng aus Los Angeles und Kollegen widmen sich der epigenetischen Reprogrammierung während der Entwicklung von Pflanzen und Tieren. Spannend ist auch ein Perspektiv-Artikel, der sich mit Prionen als besonders ungewöhnlicher Form epigenetischer Vererbung auseinandersetzt. Diese falsch gefalteten Eiweiße werden an Tochterzellen weitergegeben und sorgen dafür, dass dort weitere Eiweiße gleichen Typs und gleicher Faltung entstehen.

Bild: Das Science-Cover vom 29. Oktober 2010 (Bildrechte: Science / AAAS).

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