Wie Übergewicht eine frühe Pubertät auslöst

2. Dezember 2018 | Von | Kategorie: grundlagenforschung

Maria J. Vazquez et al.: SIRT1 mediates obesity- and nutrient-dependent perturbation of pubertal timing by epigenetically controlling Kiss1 expression. Nature Communications 9, 10.10.2018, doi: 10.1038/s41467-018-06459-9.

In den industrialisierten Ländern setzt die Pubertät bei Mädchen schon seit vielen Jahrzehnten immer früher ein. Das ist nicht zuletzt deshalb ein Problem, weil damit auch ein erhöhtes Risiko einhergeht, im Laufe des Lebens an Brustkrebs zu erkranken. Schon länger vermutet man, dass die Ernährung eine wichtige Rolle bei diesem Trend spielt, denn übergewichtige Mädchen kommen früher in die Pubertät und die Zahl übergewichtiger Kinder nimmt in Industrieländern stetig zu. Jetzt gelang es Forschern aus Spanien und den USA in Experimenten mit Ratten das epigenetische Bindeglied zwischen der Überernährung in der Kindheit und dem verfrühten Einsetzen der Pubertät dingfest zu machen.

Danach sorgen eine gewöhnliche oder eher kalorienarme Ernährung dafür, dass im Hypothalamus genannten Teil des Zwischenhirns das epigenetische Enzym Sirtuin1 Acetylgruppen in der Nähe des Gens Kiss1 von Histonen entfernt und so die Aktivierbarkeit des Gens behindert. Überernährung unterbindet diesen Prozess, so dass Sirtuin1 abnimmt und Kiss 1 ungewöhnlich früh aktivierbar wird. Das löst schließlich den Beginn der Pubertät aus. Die Forscher folgern, man solle in Zukunft noch mehr auf eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung bei jungen Mädchen achten, um einen verfrühten Pubertätsbeginn und dem Anstieg des Brustkrebsrisikos frühzeitig entgegenzuwirken.

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