Gedächtnisverlust im Alter epigenetisch bedingt?

2. November 2013 | Von | Kategorie: grundlagenforschung

Elias Pavlopoulos et al.: Molecular mechanism for age-related memory loss: The histone-binding protein RbAp48, Science Translational Medicine 5, 28.08.2013, 200ra115.

Hirnforscher um den Nobelpreisträger Eric Kandel, New York, entdeckten, dass ein bestimmtes Eiweiß eine zentrale Rolle bei der abnehmenden Gedächtnisleistung älterer Menschen spielt. Die Substanz heißt RbAp48 und wird in bestimmten Zellen einer für das Gedächtnis wichtigen Hirnregion namens Hippocampus mit zunehmendem Alter immer weniger gebildet. RbAp48 ist ein epigenetisches Enzym, denn es bindet an Histone, beeinflusst deren Acetylierung und somit die Aktivierbarkeit von Genen, die auf der DNA in der Nähe dieser Histone codiert sind. Mit dem Gedächtnisverlust ging in Experimenten mit Mäusen folglich auch eine Abnahme der Histonacetylierung in den Zellen des Hippocampus einher. Und beide Prozesse ließen sich durch eine künstliche Aktivierung des Gens für RbAp48 sogar umkehren. Kandel betont, man habe nun „ein neues Ziel für die Erforschung, Diagnose und Therapie altersbedingter Gedächtnisschwäche gefunden“. Zudem sei offensichtlich, dass es sich dabei um einen Prozess handele, der völlig unabhängig von der Alzheimerschen Krankheit ablaufe.

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