Epigenetik Schuld am Jojo-Effekt?

3. Januar 2011 | Von | Kategorie: grundlagenforschung

Diane E. Pankevich et al.: Caloric restriction experience reprograms stress and orexigenic pathways and promotes binge eating. The Journal of Neuroscience 30, 1.12.2010, S. 16399-16407.

Der Jojo-Effekt ist der große Feind aller, die mit Hilfe einer vorübergehenden kalorienreduzierten Diät ein dauerhaft geringeres Körpergewicht anstreben. Denn wer längere Zeit wenig isst, entwickelt anschließend meist einen solchen Heißhunger, dass binnen kurzer Zeit sogar noch mehr als die verlorenen Pfunde zurückkehren. Ein Team um die US-Biologin Tracy Bale fand jetzt in Experimenten mit Mäusen heraus, dass epigenetische Umprogrammierungen für den Jojo-Effekt mitverantwortlich sind.

Fastende Mäuse zeigten schon nach drei Wochen deutliche Stresssymptome und hatten erhöhte Stresshormonspiegel im Blut. Auslöser dafür war eine verringerte Methylierung von Stress-Genen, was diese leichter aktivierbar macht. Die epigenetische Veränderung hielt auch lange nach der Diät an und sorgte für stressanfällige Mäuse. Diese reagierten zudem auf fettreiche Nahrung mit einem ungewöhnlich starken Anstieg Appetit fördernder Hormone. Auch noch lange nach der Fastenzeit entwickelten sie in Belastungs- situationen Heißhunger, bevorzugten fettreiche Kost und nahmen rasch zu.

Auch für den Menschen habe ihr Resultat Bedeutung, schreiben die Forscher: „Ein gutes Stressmanagement während der Diät“ verhindere vielleicht die epigenetische Umprogrammierung und könne so helfen, das reduzierte Gewicht lange Zeit beizubehalten.

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