Nichtkodierende RNA als Tumormarker

2. Juni 2014 | Von | Kategorie: onkologie

Athanasios Zovoilis et al.: The expression level of small non-coding RNAs derived from the first exon of proteincoding genes is predictive of cancer status. EMBO Reports 15, 01.04.2014, S. 402–410.

Nordamerikanische Genetiker haben Daten des Cancer Genome Atlas Projektes (TCGA) ausgewertet und dabei eine neue Methode gefunden, wie man in Zukunft Krebszellen diagnostizieren könnte. Bei verschiedenen Krebsarten analysierten sie das Muster so genannter kleiner nichtkodierender RNAs (smRNAs), deren Codes sich in der Nähe jener Stellen der DNA befinden, an denen das Ablesen von Genen beginnt. Bislang hielt man diese RNAs für ein unwichtiges Nebenprodukt der allgemeinen genetischen Aktivität. Doch die bioinformatische Analyse ergab klare Korrelationen zwischen dem Gehalt entsprechender smRNAs und verschiedenen Krebsarten.

In einer zweiten Testreihe konnten die Forscher mit Hilfe dieser neu entdeckten Tumormarker sogar vorhersagen, ob andere Proben Brustkrebs enthielten oder nicht. „Wir glauben, in den kleinen nichtkodierenden RNAs steckt ein großes diagnostisches Potenzial, etwa zur Vorhersage von Krebserkrankungen“, sagt Hauptautor Steven Jones aus Vancouver. Da zudem die genaue Funktion der vermutlich epigenetisch aktiven smRNAs noch unklar sei, erhofft er sich von deren Erforschung neue Erkenntnisse über bislang unentdeckte epigenetische Krebs-Ursachen.

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