Epigenetische Signatur von Tumorsuppressor-Genen

21. September 2015 | Von | Kategorie: onkologie

Kaifu Chen et al.: Broad H3K4me3 is associated with increased transcription elongation and enhancer activity at tumor-suppressor genes. Nature Genetics, 24.08.2015, Online-Vorabpublikation.

Tumorsuppressor-Gene schützen Zellen vor der gefährlichen Verwandlung in bösartige Tumorzellen. In Krebszellen sind sie deshalb häufig epigenetisch abgeschaltet. Das hat unter Umständen bereits zur Entstehung der Krankheit beigetragen, ist mitunter aber auch nur eine unerwünschte Folge der Entartung der Zelle, da sie den Krebs besonders aggressiv machen kann. Für gesunde Zellen ist es deshalb wichtig, ihre Tumorsuppressor-Gene jederzeit im Kampf gegen Krebs einsetzen zu können. Erstaunlicherweise war bislang dennoch weitgehend unbekannt, welcher epigenetische Schalter für diese lebenswichtige Aufgabe zuständig ist.

Jetzt haben Zellbiologen aus den USA zahlreiche Datenbanken mit epigenomischen Profilen und Angaben zu Mutationen gesunder und kranker Zellen durchforstet sowie Zellen aus der eigenen klinischen Forschung analysiert. Dabei fanden sie eine epigenetische Markierung, die in gesunden Zellen sehr häufig zuständig dafür zu sein scheint, Krebs unterdrückende Gene im aktivierbaren Zustand zu halten. Es handelt sich um die Anlagerung dreier Methylgruppen an einer bestimmten Stelle des Histonproteins vom Typ 3 (H3K4me3). Diese epigenetische Veränderung findet sich unabhängig vom Typ gesunder Zellen bei sehr vielen Tumorsuppressor-Genen. Ihre Existenz sorgt letztlich mit dafür, dass diese Zellen gutartig bleiben.

Die Forscher schlagen nun vor, in gesunden Zellen gezielt nach dieser epigenetischen Markierung zu suchen und sich die Gene in deren Umgebung näher anzuschauen. Es sei gut möglich, auf diesem Weg neue, bislang unentdeckte Tumorsuppressor-Gene aufzuspüren.

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