Neuer Hoffnungsträger gegen aggressiven Brustkrebs

26. September 2017 | Von | Kategorie: onkologie

Eric Metzger et al.: KDM4 inhibition targets breast cancer stem-like cells. Cancer Research, 07.09.2017, online-Vorabpublikation.

Die Brustkrebstherapie macht große Fortschritte. Doch etwa 15 Prozent der Patientinnen profitieren davon kaum. Sie haben dreifach negativen Brustkrebs, eine besonders aggressive Form, gegen die es bislang keine zielgerichtete Therapie gibt. Als bösartige treibende Kraft in diesen Tumoren haben Forscher die zugehörigen Krebsstammzellen ausgemacht, die eine Reihe epigenetischer Auffälligkeiten besitzen. Nun gelang es einem Team des Freiburger Zentrums für Translationale Zellforschung (ZTZ) unter Leitung von Jochen Maurer ein Testsystem zu entwickeln, das die Stammzellen nicht nur am Leben hält, sondern mit dem man zusätzlich auch die gesamten Tumoren außerhalb des Körpers und ohne sie in Tiere einpflanzen zu müssen nachbilden kann.

Anschließend testeten an dem neuen System Mitarbeiter des Freiburger Zentrums für Klinische Forschung (ZKF) um Roland Schüle verschiedene Hemmstoffe des epigenetischen Enzyms KDM4, von dem man bereits wusste, dass es in dieser Krebs-Art überaktiv ist. Als besonders viel versprechender Wirkstoffkandidat stellte sich dabei eine Substanz namens QC6352 heraus. Ihr Einsatz blockierte die Krebsstammzellen und tötete sie schließlich ab. In ersten Tierversuchen zeigte sich zudem ein Rückgang des Tumorwachstums. Damit gilt QC6352 als neuer Hoffnungsträger und wird sicher schon bald in weiteren Vorstudien getestet.

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