Epigenetischer Marker für Übergewicht

9. Juni 2014 | Von | Kategorie: grundlagenforschung

Katherine J. Dick et al.: DNA methylation and body-mass index: a genome-wide analysis. Lancet, 12.03.2014, Online-Vorabpublikation.

Ein internationales Forscherteam hat jetzt mit Hilfe einer Epigenom-weiten Assoziationsstudie einen klaren Zusammenhang gefunden zwischen einer bestimmten epigenetischen Veränderung und dem Body-Mass-Index (BMI) von Menschen. Dazu analysierten die Forscher die Epigenome aus Blutzellen von 459 Menschen und verglichen an 351.000 Stellen der DNA, ob diese eine Methylgruppe trugen oder nicht. Schließlich fanden sich fünf Stellen, an denen der BMI der Menschen mit dem Methylierungsmuster korrelierte.

Weitere Tests ergaben einen besonders starken Zusammenhang zwischen Übergewicht und DNAMethylierung an drei Stellen nahe eines Gens namens HIF3A. Die Methylierung an diesem Gen erhöht sich um zehn Prozent, wenn der BMI im Mittel um 3,6 steigt. Dieser Einfluss ist etwa zweieinhalb Mal so groß wie jener einer Mutation am bekannten Übergewichst-Gen FTO. Bislang wurde HIF3A noch nicht mit Übergewicht in Verbindung gebracht. Die Daten legen zudem nahe, dass die epigenetische Veränderung eine Folge der Gewichtszunahme ist und nicht deren Auslöser. Deshalb hoffen die Forscher nun, einen neuen Ansatzpunkt für die spannende Suche nach dem Weg gefunden zu haben, über den Übergewicht das Risiko für ernste Krankheiten wie Diabetes, Herzkrankheiten und Krebs erhöht.

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